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Gartentor schnell und schick selbst gebaut

Von am Mrz 29, 2015 in DIY, Garten & Natur | 4 Kommentare

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Gartentor

In meinem vorletzten Beitrag über meinen Start als Kleingärtnerin habe ich schon ein paar Fotos von meinem selbst gebauten Gartentor gezeigt. Hier kommt nun eine kleine Anleitung, wie man in ein paar einfachen Schritten ein hübsches, rustikales und passgenaues Gartentor bauen kann.

Tor altIch mag alte Dinge, und altes Holz inspiriert mich eher als das ich es wegwerfen möchte. Doch das alte Gartentor war ein Schandfleck, sollte wohl eher zweckmäßig als hübsch sein und war aus Rauspund-Resten grob zusammengeschraubt worden. Das Holz hatte nie einen Tropfen Farbe gesehen und war total verwittert. Das Gartentor war insgesamt zu breit und das poröse, verwitterte Holz verzog sich nach jedem Regen so stark, dass ich das Tor nur aufbekam, wenn ich mich dagegen geschmissen habe.

Zudem ist der Eingang quasi die „Visitenkarte“ und ich habe den allerersten Garten auf der Anlage. Ein ansprechendes Erscheinungsbild kommt also auch dem Verein zugute, wobei mir natürlich klar ist, dass die Geschmäcker grundverschieden sind.

Was mir bei diesem – sehr handwerklich geprägten – Beitrag ausgesprochen wichtig ist:

Ich kenne viele Frauen, die sich an das Arbeiten mit Holz nicht herantrauen, sobald es über kleine Laubsägearbeiten hinaus geht, aus Angst vor den „schwereren“ Werkzeugen oder weil sie vermeintlich über nicht genug Kraft verfügen.

Mir ging es früher genau so. Mittlerweile verfüge ich über ein paar sehr praktische Werkzeuge, die einfach zu bedienen sind und einem die Kraftarbeiten abnehmen.  Die Werkzeuge, die ich für das Gartentor benötigt habe, die ich bei meinen kleinen Handwerksprojekten am häufigsten benötige und deren Anschaffung ich nur empfehlen kann sind

Wenn ich Werkzeuge kaufe, dann wähle  ich meistens Mittelklasse-Geräte aus – also etwa die mittlere Preis-Kategorie.

Dazu vergleiche ich Baumarkt-Preise mit Internet-Preisen für das Gerät in meiner engeren Auswahl. So vermeide ich es, billigen Schrott zu kaufen, der sofort kaputt geht und kaufe auch keine technischen Extras, die ich als Nicht-Profi nicht brauche. Durch den Preisvergleich bekomme ich meinen Favoriten für den bestmöglichen Preis. Bislang bin ich damit sehr gut gefahren.

C Tor makingSo bin ich beim Bau des Gartentors vorgegangen:

Als Erstes habe ich den Abstand zwischen den Torpfosten ausgemessen, denn die habe ich stehen lassen. Er beträgt rd. 98 cm. Holz ist ein natürliches Material und den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Je nach Wetterlage quillt es auf oder schrumpft. Damit sich das Gartentor leicht öffnen und schließen lässt, habe ich das es 3 cm schmaler geplant, seine Breite beträgt also 95 cm.

Als Nächstes habe ich eine grobe Handzeichnung angefertigt und die Maße notiert. Die braucht man um zu ermitteln, wie viel Material man benötigt und ob man eventuell Verschnitt für andere Teile des Werkstücks verwenden kann.  Auch die Position der Schrauben und der Torbänder habe ich hier gekennzeichnet und meinen Einkaufszettel anhand dieser Zeichnung erstellt.

Das Anfertigen einer Zeichnung für das Gartentor hat aber noch weitere Vorteile:

Wenn ich zeichne, setze ich mich mit den Proportionen des Werkstücks auseinander. So habe ich verschiedene Bögen für den oberen Rand ausprobiert, die Abstände zwischen den Latten mal breiter und mal schmaler gemacht, die Überstände der Latten oben und unten über den Rahmen hinaus variiert und unterschiedliche Lattenbreiten getestet, bis ich das Ergebnis stimmig fand.

Anhand einer Zeichnung kann man den Baumarkt-Mitarbeitern auch viel schneller begreiflich machen, was man sucht und auch den einen oder anderen guten Tipp bekommen.

Ansonsten habe ich sehr frei gearbeitet und dort, wo es nicht unbedingt nötig war, auch mal das Augenmaß walten lassen, z.B. bei der Verteilung der Latten auf dem Rahmen. Ich werde hier also nur dort Maße  nennen, wo es notwendig ist und um zu verdeutlichen, wie ich gerechnet habe.

C Tor schichten

Obwohl ich das Holz zwei Mal grundiert und gestrichen habe, ist hier deutlich zu sehen, wie das Holz über Winter bereits gearbeitet hat.

Obwohl ich das Holz zwei Mal grundiert und gestrichen habe, ist hier deutlich zu sehen, wie das Holz über Winter bereits gearbeitet hat.

Wie die Fotos zeigen, besteht das Gartentor im Grunde aus zwei Schichten:

  1. Einem rechteckigen Rahmen, den ich im ersten Arbeitsschritt gebaut habe und einer Lage senkrecht aufgeschraubter Latten.

Das Ganze wird durch einen diagonal verlaufenden Balken im Rahmen stabilisiert.

Ich wollte kein Tor, über das man so leicht hinweg steigen kann. An der höchsten Stelle des Bogens ist es 125 cm hoch. Bei einer Breite von 95 cm ist das Tor also einigermaßen groß. An den Seiten ist es niedrig genug, damit ich hinüber langen und das Vorhängeschloss aufschließen kann (der Optik wegen habe ich es nach innen gehängt !).

Darum habe ich die Latten für den Rahmen aufgedoppelt. Dabei passen die quer- und hochkant liegenden Teile wie Puzzle-Teile aneinander und überlappen sich an den Ecken.  Jedes Teil besteht aus einem kürzeren und einem längeren Balken. Die Latten für den Rahmen sind 4,4 cm breit und 2,4 cm stark. Die kürzeren Balken sind also 2 x 4,4 cm (= 8,8 cm) kürzer als die längeren Balken. Die Balken sind miteinander verklebt und verschraubt.

Das Foto und die Zeichnung zeigen, was ich meine:

An den in der Zeichnung blau gekennzeichneten Stellen überlappen sich die Teile des Rahmens.

C Rahmen

Der diagonale Balken liegt nicht doppelt. Um die schrägen Säge-Linien einzuzeichnen, habe ich nicht etwa die Geometrie bemüht oder zum Geodreieck gegriffen. Ich habe einfach den Balken über den Rahmen gelegt und die Stellen angezeichnet.

Die spätere Position der Schrauben ist blau eingezeichnet, die Sägelinien rot.

Die spätere Position der Schrauben ist blau eingezeichnet, die Sägelinien rot.

Um den diagonalen Balken mit dem Rahmen zu verschrauben, muss man Taschenbohrungen anbringen, sonst schaut die Schraube heraus. Man muss also diagonal zum Balken bohren. Dies war für mich beim ganzen Gartentor -Projekt das Schwierigste. Zudem mögen die Fasern des Holzes den Winkel der Bohrung nicht und der Bohrer rutscht leicht ab.

Es erleichtert das Ganze, wenn man  ein Reststück vom Zuschneiden an der Diagonale befestigt, denn er hat automatisch den richtigen Winkel. Hier eine Zeichnung zur Verdeutlichung:

Taschenbohrung

Damit der Kopf der Schraube auch richtig in dem Loch verschwindet, muss der obere Teil des Bohrlochs etwas größer sein als der Kopf der Schraube. Hier muss man mit einem entsprechend dicken Bohrer das Loch noch etwas weiter machen.

Auf den fertigen Rahmen mit der stabilisierenden Diagonale habe ich die einzelnen Latten aufgelegt und gleichmäßig verteilt. Unten ragen die Latten 10 cm über den Rahmen hinaus, oben sind es 25 cm.

C Überstand

Anschließend habe ich die Löcher für die Schrauben gebohrt, die den Rahmen mit den Latten verbinden. Auch hier habe ich den oberen Teil des Bohrlochs verbreitert, damit der Schraubenkopf nicht aus dem Holz herausschaut. Dies war bei dem alten Gartentor der Fall, und das ist eine echte Verletzungs-Quelle! Bei der Arbeit oder beim Transportieren von Material ratscht man leicht mal an einem herausragenden Schraubenkopf entlang und kratzt sich.

Zum Versenken von Schraubenköpfen gibt es sogenannte „Absenker“ zu kaufen. Dies sind konisch geformte Bohrer, die eine saubere Kuhle hinterlassen, in die sich der Schraubenkopf einfügt.

Wenn alles stabil verschraubt ist, sieht das Gartentor aus wie eine große, rechteckige Palette. Nun fehlt noch ein schöner Bogen. Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Wer keine Vorstellung hat, welche  Form er für sein Tor schön findet, der gibt einfach mal „Gartentor“ bei Google ein und kann sich dann die unterschiedlichsten Variationen ansehen.

C Bogen

Für die Schablone habe ich Zeitungspapier in der Breite des Tors zusammengeklebt und zur Hälfte gefaltet. Dann habe ich einen Halb-Bogen gezeichnet und ausgeschnitten (ich habe dies natürlich mehrmals gemacht und mir den schönsten Bogen ausgesucht…). Dann habe ich die Schablone auf den Latten positioniert und mit einem Bleistift die Säge-Linien aufgezeichnet.

Mit der Stichsäge habe ich dann den Bogen ausgesägt.

Tipp: Für schöne, fließende, glattrandige Kurven sollte man ein schmaleres Blatt in die Stichsäge einspannen, das für engere Radien geeignet ist. Beim Kauf auf die Kennzeichnung auf der Verpackung achten! Breitere Blätter sind besser für grade Schnitte geeignet.

Wie auf den Fotos zu erkennen ist, habe ich nicht besonders viel gefeilt und geschliffen. Ich wollte das Ganze noch etwas „roh“ behalten. Ich bin mit grobem Schleifpapier nur über die Ränder gegangen, um grobe Späne zu entfernen.

Das fertige Gartentor muss natürlich gestrichen werden. Ich habe meins zwei Mal mit einem Gräue-Schutz vorgestrichen, bevor ich die Holzfarbe ebenfalls in zwei Schichten aufgetragen habe.

Nun muss das Gartentor noch zwischen den Pfosten montiert werden. Mein Tor sollte so hängen, dass es auf keinen Fall über den Boden scheuert. Es sollte aber auch nicht so hoch hängen, dass die Kaninchen problemlos darunter hinweg schlüpfen können.

Zur Positionierung habe ich einen Rest von den Holzlatten zwischen die Pfosten gelegt und das Gartentor darauf gestellt. Um das noch nicht aufgehängte Tor zu stützen, habe ich ein Brett mit Schraubzwingen an den Pfosten befestigt und das Gartentor dagegen gelehnt (möglichst senkrecht stehend, natürlich).

C Türbänder

Nun können die Torbänder am Tor und die Haken dafür an den Pfosten positioniert und festgeschraubt werden.

Mein Gartentor verschließe ich mit einer Sicherheitsüberfalle und einem Vorhängeschloss. Bei einer Sicherheitsüberfalle liegen die Schrauben im zugeklappten, verschlossenen Zustand innen und können nicht einfach herausgeschraubt werden.

Nun sieht ein einfaches, weiß  gestrichenes Tor etwas langweilig aus.

Beim Gärtner bin ich in der Accessoires-Abteilung über die verschnörkelte „1“ gestolpert, die ich vorne an das Gartentor geschraubt habe. Mittlerweile hat sie etwas zu rosten begonnen, aber wie schon öfter gesagt und geschrieben:  Dieser Blog heißt nicht umsonst „Rost & Rosen“. Mir gefällt das !

Was aus dem alten Tor geworden ist? „Altes Holz inspiriert mich eher, als dass ich es wegwerfen möchte.“, habe ich zu Beginn geschrieben. Ich habe es natürlich nicht weggeworfen. Es steht wohlbehütet in meinem Schuppen und wartet darauf, einem anderen, sehr viel dekorativeren Zweck zugeführt zu werden, den ich dann in einem anderen Beitrag  verarbeiten kann.

Schickt mir gerne Fotos von Euren Projekten!

Herzlichst, Eure

Unterschrift mittel

C Tor vornach

4 Kommentare

  1. Hannes und Lena Janßen

    Juli 17, 2015

    Kommentar absenden

    Hallo Petra, eine wunderschöne Angelegenheit. Das Gartentorschwert ist allerdings, lt. Hannes ,falsch herum montiert.Falls Du mehr dazu wissen möchtest lasse Dich hören.
    Herzlichen Glückwunsch, ganz, ganz toll!!!!
    H.u.L.

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