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Aussaat leicht gemacht: Mein Erfahrungsbericht

Von am Mrz 1, 2016 in Garten & Natur | Keine Kommentare

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Wann startet Ihr in die Gartensaison?

 

Ich beginne mit meinen Planungen im Januar – dann fange ich an, in den Gartenkatalogen zu blättern und unternehme ausführliche Shopping-Trips zu meinen Lieblings-Online-Gartenshops auf der Suche nach den Pflanzen, die ich im kommenden Sommer gerne in meinem Garten ansiedeln möchte – egal ob Obst, Gemüse, Kräuter oder Schnittblumen.

Im Januar schreibe ich meinen Einkaufszettel und beschaffe mir mein Saatgut, denn als leidenschaftliche Kleingärtnerin habe ich den Ehrgeiz, meine Pflänzchen selbst zu ziehen. Die Pflanzen, die ich dann während der Saison noch fertig vorgezogen kaufe, kann ich entweder als Saatgut nicht bekommen, sie sind echte Schnäppchen oder sie sind – wie meine Herbstanemonen und Funkien – Sammlerstücke, die ich unbedingt mitnehmen muss!

Samentüten für die Aussaat

…und das ist noch längst nicht alles …

Aussaat: Warum sich die Mühe machen ?

 

Aussaat: Mohn

Diesen pinkfarbenen Mohn habe ich aus Samen selbst gezogen.

Viele Leute meinen, sie hätten kein Händchen für Pflanzen und ich hätte einen grünen Daumen. Viele haben vielleicht schon Schwierigkeiten mit ihren Zimmerpflanzen. Viele haben mit der Aussaat von Blumen oder Gemüse im eigenen Garten oft auch schon Pech gehabt und sie haben keine Lust es noch einmal zu versuchen. Warum sich also die Arbeit machen? Es gibt doch alles zu kaufen…

Aussaat spart Geld !

 

Es ist wirklich so ! Schon mal zum Saisonstart durch einen Gartencenter oder eine Gärtnerei geschlendert? Die Preise sind je nach Pflanze natürlich stark schwankend und sich eine Staude zwischen 3 und 15 Euro zu kaufen ist auch mal drin. Vorgezogene Gemüse-Pflänzchen sind eher günstiger.

Wer aber – wie ich – einen Garten erst noch anlegen möchte und laut Kleingartengesetz Minimum ein Drittel seiner Fläche als Nutzgarten führen muss, der benötigt Unmengen an Pflanzen – und dann läppert es sich und man ist bei so einem Großeinkauf schnell mal 50 bis 100 Euro los.

Zudem ist mein Ziel Diversität. Mir ist der Nutzgarten-Zwang zu eindimensional. Natürlich ist es richtig und wichtig, das Wissen über Aussaat, Anzucht und Selbstversorgung zu bewahren. Mir geht es daneben auch darum, Insekten, vor allem Bienen und Schmetterlingen, möglichst ganzjährig Schutz und Futterquellen bereitzustellen.

Samentütchen sind im Fachhandel für wenige Euros, auf Ebay von Privatanbietern auch schon für Cent-Beträge zu haben. In vielen Städten gibt es Pflanzen- und Tauschbörsen. Am Ende dieses Posts liste ich für Euch noch ein paar meiner Lieblings-Bezugsquellen auf.

Für die Aussaat benötigt man dann noch ein paar Töpfe, etwas Anzuchterde und los gehts.

Mohnkapseln, Aussaat

Die Kapseln für diesen Kranz stammen von meinem selbst gezogenen Mohn.

Aussaat bildet…

 

Um noch mal auf meinen vermeintlich grünen Daumen zurückzukommen: Er ist nicht grün. Ok, wenn ich in der Erde gewühlt habe, ist vielleicht mal etwas Dreck unter den Nägeln… nein, eher habe ich ein „grünes Gehirn“. Mag sein, dass das Interesse für die Natur zum Teil in meinen Genen steckt – meine Großeltern väterlicherseits waren Bauern – und Bio-Leistungskurs hatte ich auch. Das Meiste von dem, was ich über Pflanzen und ihre Aussaat weiß, habe ich mir tatsächlich ganz stumpf angelesen. Und ein Profi bin ich ganz bestimmt noch lange nicht.

Klingt theoretisch – doch das Wissen über Pflanzen und – noch wichtiger – ihre Herkunft ist Gold wert. Ich habe mittlerweile eine kleine Bibliothek an Fachbüchern über Zier- und Gemüsepflanzen, Kübelpflanzen, Zimmerpflanzen, Orchideen, Schattengärten, Kräutergärten, Hochbeete, Gewächshäuser und Erdgewächshäuser, Kompostgewinnung, biologisches Gärtnern, Permakultur und dergleichen mehr.

Daneben gibt es Fachzeitschriften, Google und Wikipedia. Wann immer ich also eine Pflanze entdecke, die mich interessiert, begebe ich mich auf die virtuelle Faktenjagd…

Pflanzenkataloge, Aussaat

Zu Beginn des Jahres flattern die Kataloge ins Haus…

Aus Fehlern lernen

 

Dies alles soll auf gar keinen Fall so klingen, als ob ich alles immer richtig machen würde. Wann immer bei der Aussaat was nicht klappt und die Samen über Tage und Wochen nicht keimen, hat sich hinterher meistens herausgestellt, dass ich einen Fehler gemacht habe.

So habe ich Lichtkeimer auch schon mal fingerdick unter Erde begraben und Kaltkeimer mit der Anzuchtbox ins beheizte Zimmergewächshaus gestellt. Hier zeigt sich dann, warum das Wissen über die Herkunft der Pflanzen so wichtig ist:

Nur ein Beispiel: Die Tomate stammt aus Südamerika. Dort ist es feucht-warm. Dies sind die Fakten.  Mein Tomaten-Keimrekord im beheizten Zimmergewächshaus in gut angefeuchteter Anzuchterde liegt bei drei Tagen. Schaffe die Bedingungen, aus der die jeweilige Pflanze stammt und es wird mit der Aussaat funktionieren!

Aussaat macht Spaß !

 

Alle Pflanzen keimen unterschiedlich schnell – und können einen dabei ganz schön auf die Folter spannen. Wenn ich meine Aussaat-Töpfe gerade frisch bestückt habe, hänge ich jeden Tag nach dem Aufstehen und garantiert auch wenn ich von der Arbeit komme mit der Nasenspitze fast in der Erde, auf der Suche nach dem ersten zarten Grün  – in der dunklen Jahreszeit auch schon mal mit der Taschenlampe…

Ich freue mich jedes Mal riesig, wenn sich der erste kleine Stängel noch ganz krumm gebogen aus der Erde schiebt. Und ein kleiner Keimling ist mit seinen zarten, durchscheinenden Keimblättern, vielleicht noch ein paar Erdkrümel daran, ein sehr schöner Anblick. Die Freude ist umso größer, wenn ich eine Pflanze zum ersten Mal aussäe oder eine Aussaat aufgeht, die ich schon längst abgeschrieben hatte.

Geradezu unglaublich erscheint mir die Wachstumskraft der Natur, wenn ich die Pflanzen über ihre ganze „Lebensdauer“ betrachte: Meine Tomaten im letzten Jahr waren am Anfang zerbrechlich kleine, zarte Pflänzchen, die ich mit Zahnstochern abgestützt habe. Im Spätsommer reichten die Büsche dann bis unter das Dach meines Tomatenhauses – ich musste sie am Dachbalken anbinden.

Meine Löwenmäulchen waren nach dem Auflaufen genauso winzig – zarte grüne Blättchen, fast wie Kresse – später im Sommer musste ich sie mit Staudenstützen daran hindern, abzubrechen – und sie waren im letzten Sommer meine dankbarsten Schnittblumen überhaupt. Natürlich habe ich sie auch in diesem Jahr wieder in meinen Aussaat-Kästen vertreten.

Aussaat, Flockenblume

Auch diese Flockenblume habe ich selbst ausgesät…

Genug geschwärmt für einen Post !

 

In meinem nächsten Beitrag werde ich zeigen, wie ich bei der Aussaat vorgehe, welche Materialien ich benutze, womit ich gute und schlechte Erfahrungen gemacht habe. So einen Bericht hätte ich in meinen Anfangszeiten gut gebrauchen können und ich denke, dass er gerade für Aussaat-Beginner ein guter Ratgeber sein kann.

Hier noch – wie anfangs versprochen – meine Lieblings-Bezugsquellen für mein Saatgut. Da gibt es im Wesentlichen drei Stück:

 

Gärtner Pötschke

 

 

 

 

Und hier noch meine Favoriten in der Garten- und Pflanzen-Literatur:

 

Buch, Aussaat

 

 

 

 

 

Hier geht zum zweiten Teil meines Erfahrungsberichts:

 

Aussaat: So funktioniert es !

Wer nachlesen möchte, wie ich mein Tomatenhaus und meine Kräuterspirale gebaut habe, der klickt bitte hier

 

Mein Tomatenhaus

Meine Kräuterspirale

Und hier könnt ihr etwas über meinen Start ins Kleingärtner-Dasein erfahren…

Kleingarten – Erfahrungen

Viel Spaß beim Lesen und Ende nächster Woche folgt dann die Fortsetzung dieses Posts !

Herzlichst, Eure

Unterschrift mittel

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