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Kräuterspirale schnell und einfach selbst gebaut

Von am Jul 26, 2015 in DIY, Garten & Natur | 4 Kommentare

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Garten-DIY: Wie ich meine Kräuterspirale gebaut habe - Anleitung. In German / translatable

Heute: Wie ich meine Kräuterspirale gemauert habe und welche Kräuter sie jetzt beherbergt

Kräuter gesamt

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten beim Kochen verwenden zu können ist für mich der  pure Luxus. Meine Mahlzeiten bekommen dadurch eine eigene, sehr besondere Note. Sinnbildlich gesprochen sind Kräuter und Gewürze aus der Dose wie Klamotten von der Stange. Gerichte mit frischen Kräutern dagegen sind der Maßanzug!

Genau wie in Weinanbaugebieten die Beschaffenheit der Böden – vom Klima einmal abgesehen – erheblichen Einfluss hat auf den Geschmack der Rebsorte bin ich davon überzeugt, dass auch der Gartenboden den Kräutern und ihrem spezifischen Gehalt an ätherischen Ölen ihren charakteristischen Geschmack und Duft verleiht.

Nicht umsonst gibt es etliche Ratgeber und Pflegeanleitungen für Kräuter, denn je nach Herkunft ist ihr Bedarf an Nährstoffen und Feuchtigkeit höchst unterschiedlich.

Kräuterspirale I

Die Kräuterspirale stammt aus der Permakultur, also einer Anbau-Philosophie, in der den Pflanzen Wachstumsbedingungen geboten werden, die denen in ihrer Heimat entsprechen oder zumindest nahe kommen, um ihnen optimale Wachstumsbedingungen zu verschaffen.

Durch ihre Form hat die Kräuterspirale für alle Standortansprüche ein geeignetes Plätzchen parat: Durch den Höhenunterschied ist die Erde im oberen Bereich trockener und durch das abfließende Wasser im unteren Bereich feuchter. Durch ihre Ausrichtung gibt es sogar schattige Plätzchen. Perfekte Kräuterspiralen haben am Fuss ein kleines Wasserbecken oder einen Teich für die Pflanzen, die es sehr feucht bis nass mögen.

Erde lässt sich durch das Zugeben von Kalk, Sand, Kompost etc. ein Stück weit gestalten. Während ich im oberen Bereich die Erde mit Sand und Kalk vermischt habe, nimmt der Gehalt an Kompost und Dünger nach unten hin immer mehr zu.

Zwischen den Steinen fühlt der Rosmarin sich wohl. Seine Erde habe ich mit Sand und etwas Kalk vermischt. Eine Schicht aus Kieselsteinen hält die Erde warm.

Zwischen den Steinen fühlt der Rosmarin sich wohl. Seine Erde habe ich mit Sand und etwas Kalk vermischt. Eine Schicht aus Kieselsteinen hält die Erde warm.

Meine Kräuterspirale habe ich Himmelfahrt gemauert. Neben all ihren Vorteilen für die Pflege meiner Kräuter wollte ich in diesem kleinen Projekt all die Steine verwerten, die ich mit übernommen habe und die im Garten überall herumlagen.

Dabei handelt es sich nicht um hochwertiges Material. Überwiegend sind es Pflastersteine aus Beton und halb durchgeschlagene Waschbetonplatten, mit denen die früheren Beete provisorisch eingefasst waren. Ich habe die Einfassungen beseitigt, weil sie beim Rasen mähen immer gestört haben und ich das Gras dort mit dem Kantentrimmer abmähen musste.  Und ich wollte den Garten ohnehin komplett neu anlegen: Größere Beete, viel Platz für Blumen und Gemüse, und auf Sicht soll der Rasen ganz verschwinden. Denn mal ehrlich: So eine kurz gemähte Fläche bietet den Bienen keine Nahrung, verdunstet Wasser und ist pflegeintensiv. Darum wird es außer einer kleinen Terrasse in meinem Garten keine Fläche geben, auf der nicht irgendetwas wächst. Ich kann so planen, weil ich keine Rasenfläche zum spielen zur Verfügung haben muss.

Grundsätzlich möchte ich bei der Neuanlage meines Gartens möglichst wenig wegwerfen und versuche aus jedem Material, das ich dort vorfinde und weiter verarbeiten möchte, das für meinen Stil Optimale herauszuholen – wenn es an den Abriss der alten Hütte geht, werde ich noch genug wegwerfen müssen. Für meine neueren Leser, die noch nicht wissen, was ich auf meiner Parzelle alles geplant habe, habe ich hier den Beitrag verlinkt:

Meine Gartenpläne: Es gibt viel zu tun!

Am Anfang stand – wie bei all meinen kleinen Bauprojekten – die Überlegung, was ich eigentlich haben wollte.

Ich hatte für meine Kräuterspirale einen sonnigen Platz im Garten ausgesucht, zwischen dem Tomatenhaus und dem Zucchini-Beet gelegen, denn Sonne ist für das Gedeihen der Kräuter unerlässlich. An dieser Stelle standen mir rund 1,5 Meter für die Kräuterspirale zur Verfügung.

Das lockere Mauerwerk lässt Nässe hinaus und bietet Insekten Unterschlupf.

Das lockere Mauerwerk der Kräuterspirale lässt Nässe hinaus und bietet Insekten Unterschlupf.

Ich war bequem und habe an dieser Stelle den Rasen nicht abgetragen. Stattdessen habe ich ihn sehr kurz abgemäht und ein Stück Geovlies ausgebreitet, das Wasser durchlässt, aber verhindert, dass mir meine hartnäckigsten Unkräuter wie Hahnenfuß und Giersch in die Kräuterspirale hineinwachsen. Auf dieser Fläche habe ich mit einem Wasserschlauch die Spiralenform ausgelegt. Der Fuss der Spirale zeigt dabei nach Süden. Insgesamt hat die Kräuterspirale nun einen Durchmesser von 1,3 Metern.

Dies erweckt den Eindruck, dass die Kräuterspirale sehr groß ist. Der Eindruck verliert sich aber, wenn man davor steht. Außerdem schlucken die Steine sehr viel Raum, und ich fand, dass von Mauer zu Mauer ein rund 20 cm breiter Streifen zum Pflanzen da sein sollte.

Anschließend habe ich mit den Steinen die mit dem Schlauch vorgezeichnete Form nachgelegt. Für eine stabile Basis habe ich im unteren Bereich, der jetzt eh von Erde bedeckt und nicht sichtbar ist, möglichst gleich große Steine ausgewählt.

Für die von innen nach außen abfallende Form habe ich von der Mitte aus begonnen in die Höhe zu mauern und die Mauer dann Schicht für Schicht nach außen abfallen lassen. In der Mitte hat meine Kräuterspirale nun eine fertige Höhe von ca 0,9 Metern. In Büchern und Anleitungen werden auch Höhen zwischen 1,2 bis 1,5 Metern empfohlen, so viele Steine standen mir aber nicht zur Verfügung.

Kräuterspirale Mauer

Ich wollte keine perfekte, einhundert Prozent gerade Mauer.

Viel mehr wollte ich ein möglichst loses Mauerwerk mit vielen Öffnungen, zum einen, damit das Wasser optimal ablaufen kann, zum Bepflanzen mit Steingartenpflanzen und Sukkulenten im äußeren Bereich und auch als Versteck für Insekten in der kalten Jahreszeit. Ich wollte einen Look, der ein bißchen an eine Ruine erinnert, eine alte Mauer oder ein eingefallenes Bauernhaus. Diese Optik beim Mauern zu erzeugen war überhaupt nicht schwer: Die Steine sind unterschiedlich groß, wodurch das Ergebnis automatisch ein bißchen wellig, krumm und schief ist. Und ich habe zum ersten Mal gemauert und das Ergebnis ist alles andere als perfekt.

Beim Mauern habe ich festgestellt, dass es für die lockere Optik wichtig ist, nicht alle Steine mit Maurermörtel aufeinander zu kleben. Wie gesagt: Ich wollte Löcher und Lücken. Die meisten Steine habe ich einfach nur locker aufeinander gestapelt. Nur an den schiefen und etwas instabilen Stellen habe ich die Wand mit Mörtel befestigt.

Obwohl ich das Mauerwerk so lose aufgeschichtet habe, ist die Kräuterspirale dennoch in sich sehr stabil. Nachdem der Mörtel ausgehärtet war, habe ich sie mit 200 Litern Gartenerde aus dem Baumarkt befüllt. In der Mitte liegt unter der Erde eine Drainageschicht aus Astschnitt, damit das Wasser gut abfließen kann. Die Erde habe ich nicht auf ein Mal eingefüllt, da sie sich in der Spirale erstmal setzen musste, dh. die Erde  begann nach ein paar Tagen zu sacken. Ich habe sie dann bis knapp unter den Rand wieder aufgefüllt.

Am Rand haben meine Zitonenverbene und eine rote Geranie ihren Platz.

Am Rand haben meine Zitonenverbene und eine rote Geranie ihren Platz.

Der Druck der Erde auf beiden Seiten der Mauer und mittlerweile auch das Wurzelwerk der Pflanzen geben zusätzliche Stabilität. Die zerbrochenen Waschbetonplatten, die ich rundherum aufgeschichtet habe, bieten mir einen schönen Platz um Kräuter und Blumen in Kübeln in Szene zu setzen.

Vor dem Pflanzen habe ich mich noch einmal über die unterschiedlichen Standortansprüche der Kräuter schlau gemacht und den Boden entsprechend vorbereitet. Meine Lieblingsbuch zu Kräutern, ihrer Pflege und Verwendungsmöglichkeiten ist „Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten“ von der bekannten Autorin und früheren Redakteurin des Magazins „Kraut und Rüben“, Marie-Luise Kreuter. Das bekannteste Buch von Kreuter ist „Der Biogarten“, für viele die Bibel im naturnahen Gärtnern und in meinen Augen ein Buch, dass jeder ambitionierte Bio-Gärtner sein eigen nennen und gelesen haben sollte. Ihre Bücher sind nicht nur hoch interessant geschrieben, sondern auch als Nachschlagewerk unentbehrlich.

In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder beglückwünscht.

Durch ihre erhöhte Form gibt sie dem sonst flach gelegenen Garten Struktur und sorgt optisch für Abwechslung. Innerhalb von kürzester Zeit habe ich mir eine kleine Sammlung an Kräutern zugelegt, die fast wöchentlich Zuwachs bekommt.

Mein besonderer Liebling ist mein Oregano. Meine Pflanze wurde vom Oregano von Freunden abgestochen und ich habe sie geschenkt bekommen. Als ich sie Ende April bekam, war sie nur ein Wurzelballen in einer Plastiktüte mit ein paar zarten grünen Blättchen. Mittlerweile hat der Oregano sich so prima entwickelt, dass er  die buschigste Pflanze von allen ist und ich ihn regelmäßig zurückschneiden und beernten muss, damit er den anderen, langsamer wachsenden Kräutern nicht den Platz und das Licht wegnimmt. Er blüht momentan mit zarten rosa Blüten und die Bienen lieben ihn.

Bienen und Hummeln "fliegen" auf meinen Oregano.

Bienen und Hummeln „fliegen“ auf meinen Oregano.

Und wer bewohnt nun meine Kräuterspirale?

Da wäre ganz oben mein Rosmarin, den ich im Treppenhaus überwintere und im letzten Sommer draußen auf dem Balkon gepflegt habe. Nach dem Auspflanzen im recht kalten Mai hatte er erst seine Schwierigkeiten mit dem Draußen sein – seit es deutlich wärmer und auch trockener geworden ist, geht es ihm merklich besser. Zusätzlich habe ich noch etwas Kalk in die mit Sand versetzte Erde gemischt. Mittlerweile ist er schön gewachsen und ich musste ihn zum ersten Mal entspitzen. Die Ernte habe ich neben anderen Kräutern in meinem Kräutersalz verarbeitet.  Hier geht es zum Rezept:

Rezept: Kräutersalz mit Knoblauch + Zitrone

Im Frühjahr habe ich Thymian aus Samen gezogen. Die zarten kleinen Pflänzchen sind am Anfang auf der Kräuterspirale fast verschwunden. Mittlerweile werden die Stiele fester und die Pflanze breitet sich aus.

Ich liebe den Duft von Gold-Thymian. Diese Pflanze ist von der Marke Kiepenkerl, meinem Liebling unter den Pflanzenmarken, weil sie einfach gute Qualität liefern. Seit dem  Auspflanzen hat sich die Pflanze mit den grün-gelb gezeichneten Blättchen  prima entwickelt und die Ernte habe ich ebenfalls im Kräutersalz verarbeitet.

Daran schließt sich der Salbei an, mein einziges Sorgenkind unter den Kräutern. Neben dem Duft ist die lila-grüne Färbung der Blätter einfach hinreißend. Auch hier verweise ich auf den Kräutersalz-Post, in dem ich diese samtigen Schönheiten verarbeitet habe. Ich rätsle noch, woran er leidet, denn momentan sieht er welk aus und ich fürchte dass er eingeht. Vielleicht hat er zu viel Wasser abbekommen oder der Oregano bedrängt ihn zu sehr. Ich werde der Sache auf den Grund gehen.

Dann ziehe ich noch mein Wachstumswunder Oregano, Strauchbasilikum, glatte und krause Petersilie, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Liebstöckel und natürlich Schnittlauch.

Die Pfefferminze habe ich mit ihrem Topf in eingepflanzt, da sie im Ruf steht, dass sie zum Wuchern neigt. Und richtig und gut: selbst in ihrem Topf hat die Pflanze ein unglaubliches Wachstumstempo.

Wie Ihr seht, ist bei mir  – seit ich die Kräuterspirale habe – eine Art Sammelleidenschaft ausgebrochen und ich muss mir mittlerweile auf die Finger hauen, damit es nicht bei jedem Besuch im Gartencenter mehr werden – es sind zwar noch freie Plätze vorhanden, aber ich muss die Massen ja auch verarbeiten können. Meine Zitronenverbene halte ich im Kübel, weil sie sehr buschig wächst und auch sehr groß werden soll. Zudem werde ich sie im Winter einräumen müssen.

Wie Ihr seht, war es im Vergleich zu meinem Tomatenhaus vergleichsweise einfach und unkompliziert, mein kleines Projekt umzusetzen. Wer es noch nicht kennt – hier geht es zur Anleitung:

Anleitung: Ein Tomatenhaus bauen

Und es hat sich auf jeden Fall gelohnt- nicht nur für mich, sondern auch für meine anderen kleinen Gartenbewohner.

Herzlichst, Eure

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4 Kommentare

  1. Alex

    August 4, 2015

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    Hallo Petra,
    eine Kräterspirale zu bauen klingt ja gar nicht mal so schwer. Sie ist dir super gelungen! Ich finde es gut, dass du dabei auch gleich Überwinterungs-Raum für Insekten eingeplant hast. 🙂

    Liebe Grüße,
    Alex

    • Petra

      August 17, 2015

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      Hallo Alex, wir sind hier eben eine eher steinlose Gegend und Trockenmauern etc. findet man hier nur selten. Und sie ist wirklich sehr schnell gebaut – da ist es fast anstrengender, die 200 Liter Erde in den Garten zu schleppen 😉
      Viele Grüße, Petra

  2. Sandra

    Juli 28, 2015

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    Sehr schön, deine Kräuterspirale. Ich habe vor etlichen Jahren einmal eine im Garten meiner Großeltern gebaut und weiß noch sehr genau, wieviel Arbeit das war, aber auch, wie schön sie aussah, als sie bepflanzt war.

    In meinem jetzigen Garten habe ich (bislang) keine, stattdessen habe ich die Hälfte meines Hanges (ehemals Blumenbeet) umfunktioniert und bei den wärmeliebenden Kräutern Bruchsteine drumherum gelegt. Bisher fühlen sich alle Kräuter dort sehr wohl und wachsen ungebremst.

    • Petra

      Juli 28, 2015

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      Hallo Sandra, ist doch immer schön, wenn man sieht, dass die Arbeit sich gelohnt hat – ich vergesse dann fast immer, wie viel Arbeit man mit seinem Projekt gehabt hat ! Und wenn man nicht nur selbst, sondern auch die Natur davon profitiert – ein win-win-Projekt ! Gärtnern in Hanglage stelle ich mir sehr anstrengend vor, da bin ich froh über mein norddeutsches Flachland – alles ab 1 Meter über Normal-Null gilt hier als Berg 😉
      Viele Grüße, Petra

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