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Meine Gartenpläne: Es gibt viel zu tun !

Von am Mrz 12, 2015 in Garten & Natur | 2 Kommentare

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Gartenbanner Script

Als ich im Juli 2014 meinen Garten übernommen habe, war ich gärtnerisch halbwegs unbeleckt – ich kannte die Aufgaben und Pflichten, die mit einem Garten einhergehen, durch meine Eltern und Großeltern, doch hatte ich als Kind und Jugendliche an Gartenarbeit wenig Interesse gehabt. Jetzt als Erwachsene mit Vollzeit-Schreibtischjob und 75 qm schattiger Mietwohnung lechzte ich nach Auslauf, Freiraum und körperlicher Betätigung im Grünen über die gelegentliche Jogging-Einheit hinaus. Mir fehlte ein „Zimmer im Freien“ und ich wurde grün vor Neid, wenn mir Freunde und Kollegen von dem Gemüse erzählten, das sie in ihrem eigenen Garten anbauten.

Ich kannte die Kleingartenanlage in meiner Nachbarschaft von meinen Spaziergängen, fand sie wildromantisch und war schnell entschlossen, als tatsächlich Gärten zur Übernahme bereit standen. So kam ich für 500 EUR Abschlag an meine eigenen 300 qm Kleingarten.

Ich hatte mich bewusst für diesen einen Garten entschieden, der am wildesten aussah und am wenigsten angelegt war – er bot mir den größten gestalterischen Freiraum.

Wer sich an den letzten Sommer erinnert, der weiß, wie heiß es zeitweilig war. Ich habe den Garten in einer der wärmsten Phasen übernommen. Ich habe zwar einen Brunnen mit übernommen – seinerzeit wurde 7 Meter tief gebohrt – nur leider war die Handpumpe defekt und ließ sich nicht reparieren. Und bei Hitze und mit einer leeren Regentonne zu pflanzen und zu säen ist ein sinnloses Unterfangen.

Also war erstmal nichts mit Anlegen und Gestalten, und das war erstmal ein Frustrations-Auslöser. Doch ich stellte mich den Gegebenheiten und begann die Parzelle aufzuräumen und zu planen, was ich eigentlich wollte. Seitdem habe ich diverse Zeichnungen erstellt und wieder verworfen. Was pflanze ich wo? Wohin kommen der Kompost und das Tomaten-Haus? Brauche ich eine Kräuter-Spirale?

Mein Garten war nicht der beliebteste bei den Interessenten. Mit hohem Baumbestand an der Rück- und einer Längsseite habe ich auf der Parzelle Flächen, die halb- bis ganztätig im Schatten liegen. Ich sehe hierin keinen Nachteil, sondern mehr eine Herausforderung und einen schönen Grund für mehr Pflanzenvielfalt.

Der Baumbestand bringt neben Schatten auch den großen Unbeliebtheitsfaktor „Laubfall“ mit sich. Ich habe mit Unmengen von Herbstlaub zu kämpfen. Doch wenn es irgendwie geht, versuche ich den Gegebenheiten, ganz egal wo im Leben, ihre positiven Seiten abzugewinnen. Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und ein Silo mit Laubkompost angelegt, der künftig den Pflanzen zugute kommen wird, die es saurer mögen.

Wenn ich – so wie heute bei der Vorbereitung dieses Beitrags – mir die Fotos aus dem letzten Sommer anschaue, sehe ich, wie viel ich schon geschafft habe, und das macht mir Mut.

Ich habe ein paar Bilder zusammengestellt, die einen Eindruck davon vermitteln, wie die Fläche im letzten Sommer aussah, als ich sie übernahm:

C Garten vorherDer hintere Bereich des Gartens war auf einer Fläche von rd. 25 qm von einem Himbeer-Djungel regelrecht überwuchert worden. Wer es nicht weiß: Himbeeren haben ein teuflisches Vermehrungs-Potential, sowohl oberirdisch durch Aussaat wie auch unterirdisch durch ihre extrem starken Wurzeln.

Zwischen den Himbeeren wächst der Giersch. Unmengen davon. Ich weiß, Giersch ist essbar und enthält große Mengen an Vitamin C – ich werde ihn trotzdem nicht essen. Mein Bedarf an diesem Wildkraut ist gedeckt. Auch dies ist etwas, was ich mir auf meine Bio-Gärtner-Fahne geschrieben habe: Es gibt kein Unkraut. Was wir gemeinhin als Unkraut bezeichnen, sind „Wildkräuter“, und die haben ihre natürliche Daseinsberechtigung. Giersch lässt sich nicht ausrotten und er ist nicht mein Freund. Ich jäte ihn da, wo ich meine Beete anlege. Ich setze keine Unkrautvernichter ein und werde auch keine Teichfolie auslegen, um Giersch und Himbeeren darunter absterben zu lassen.

Die Himbeeren habe ich zum Teil abgeerntet – eine Tüte liegt noch in der Gefriertruhe – und den anderen, größeren Teil den Vögeln überlassen. Im Spätsommer habe ich die Heckenschere kreisen lassen, teils froh über die plötzlich entstehende Ordnung, aber auch mit blutendem Herzen, wenn ich die kleinen Bewohner fliehen sah, die das Dickicht bewohnten.  Ich habe ein Biotop zerstört und damit die Verpflichtung übernommen, es wieder zurückzugeben – schöner, besser.

Ich habe eine Fläche abgesteckt, auf der die Himbeeren stehen bleiben können, 1,5  m breit und 5 m lang. Ich koche eben auch gerne Marmelade. Den Rest grabe ich aus, Meter für Meter, und lege jedes Stück, das ich frei räume, standortgerecht wieder an.

C Tor making

Bevor ich im letzten Jahr zum Gärtner wurde, war ich mein ganzes Leben schon Bastler und Handwerker. Bei meinem ersten handwerklichen Projekt im Garten habe ich mir die Visitenkarte vorgenommen: Das Gartentor.

Das alte Tor sah aus wie eine verwitterte Europalette. Es war aber keine. Die Latten hatten Nut und Feder und waren nur provisorisch zusammengeschustert worden. Zudem war das „Tor“ zu groß für seine Lücke und klemmte nach jedem Regenguss.

Im Sommerurlaub habe ich mich im Baumarkt mit Holz eingedeckt, mit meiner liebsten Stichsäge bewaffnet und wurde sozusagen „eins mit meinem Projekt“ – yippiejajayippieyippiejay…

Das hier wird keine Anleitung für den Bau eines Gartentors – zumindest nicht hier und jetzt. Ich werde dies Schritt für Schritt in einem anderen Beitrag erklären. Auf der linken Seite habe ich ein paar Bilder von den Arbeitsschritten zusammen gestellt.

Bis dass neue Tor fertig gestrichen und montiert war, wurde es Herbst. Wie schon geschrieben: Giersch, Himbeeren… den ursprünglichen Kartoffelacker hatte ich zwischenzeitlich aus schierer Not mit Rasen abgesät, weil mir das Unkraut über den Kopf wachsen wollte. Irgendwann gab es dann ja doch mal Regen.

Vom alten Tor stehen nur noch die Pfosten. Ich habe sie auf Höhe des neuen Tores abgesägt und gestrichen. Den alten Rosenbogen habe ich wieder verwertet. Ich habe ihn ein Stück nach hinten versetzt, weil er in die Ligusterhecke eingewachsen war, und links und rechts eine Kletterrose gepflanzt.

C Tor vornach

Dies ist nun meine „Visitenkarte“. Mittlerweile sieht das Tor nicht mehr ganz so clean aus (die 1 rostet, was sie ja auch soll…), was ja im Übrigen auch nicht mein Geschmack ist – „Rosen“ sind weniger schön, wenn der „Rost“ fehlt – ich spreche hier nicht von Rosenrost (!) sondern von der Kombination von dem, was wir gemeinhin als schäbig empfinden und dem von Natur aus Schönen. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Mein Stil ist eine rustikalere Art des „shabby chic“.

Ein Kleingarten – die Bezeichnung ist nicht mehr zeitgemäß, denn viele Baugrundstücke sind heute genauso groß, und zwar mit Haus drauf, was die zu beackernde Fläche erheblich verkleinert – bringt zwei weitere Faktoren mit sich, deren Bedeutung ich anfangs unterschätzt habe: Nachbarn und Regeln. Mein Garten befindet sich in einer Zeile mit sehr netten und auch sehr fleißigen Nachbarn. Wir sind in unserer Gasse fast immer alle da. Und links und rechts des Weges ergibt sich immer die Gelegenheit für Fachsimpeleien über Hecke und Gartenzaun hinweg.

Mit den zahlreichen Auflagen einer Gartensatzung hatte ich nicht gerechnet: Keine Nadel- und Nussgehölze, Hecken und Zäune nicht höher als 1,30 m, in Sitzbereichen 1,80 m, überdachte Flächen nicht über 24 qm, Bäume nicht höher als 3 m, 30 % der Fläche müssen für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden, usw, usw. Der Dachverband hat die Überprüfung und Aktualisierung dieser aus den Kleingartengesetzen der Bundesländer stammenden Regeln auf der Agenda. Doch mein bisher negativstes Erlebnis beim ersten Gemeinschaftsarbeitstermin war ein sogenannter Vertrauensmann, der mich vor versammelter Manschaft auf meinen abgesäten Kartoffelacker ansprach: „Sie haben zuviel Rasen.“ Vor dem Hintergrund, dass ich gerade einen Schandfleck von Parzelle genau am Eingang des Vereinsgeländes übernommen hatte, und das ohne einen Tropfen Wasser, empfand ich schlichtweg als Unverschämtheit.

Und der einstige Kartoffelacker soll ja auch kein Golf-Rasen werden, sondern der Standort für mein neues Gartenhaus. Ich habe zwei davon geplant, neben dem Abriss des alten, zu baufälligen Hauses.

Gerätehaus der Marke Konsta, über Hornbach, 369 EUR

Gerätehaus der Marke Konsta, über Hornbach, 369 EUR

Dieses kleine Schmuckstück habe ich bei Hornbach entdeckt und ich würde es gerne dort aufstellen, wo ich die Himbeeren gerodet habe – dann steht ein schmuckes Häusle am Eingang des Vereinsgeländes – das hat doch was. Ich benötige nur noch eine Baugenehmigung – Grenzbebauung… Regeln, wie gesagt… Wer sich interessiert, der klickt hier …Gerätehaus

Ich werde es natürlich streichen, ich habe mich nur bei der Farbe noch nicht festgelegt. Und es erhält eine hochwertigere Eindeckung, für meinen Geschmack sieht die Bitumenpappe zu preiswert aus. Auf der fensterlosen Seite werde ich ein kleines Schleppdach anbauen, als Überdachung für meinen Pflanztisch, den ich dort – selbstverständlich selbst entworfen und gebaut – hinstellen werde. Schon mal in der Hocke Blumen umgetopft? Nicht schön…

Ich möchte mich natürlich nicht mit meinen Kaffee-Gästen neben den Rasenmäher und den Spaten setzen. Darum brauche ich noch ein Häuschen für „schick“. Das wird erst im nächsten Jahr gebaut, denn neben dem Aufbau des Gerätehauses und dem Abriss der alten Bruchbude habe ich ja  auch noch einen Garten (Giersch…, Himbeeren…). Ausgesucht habe ich es schon, es hat den schönen Namen „Valanur“:

Gartenhaus "Valanur" von Karibu, über OTTO, 1.999,00 EUR

Gartenhaus „Valanur“ von Karibu, über OTTO, 1.999,99 EUR

Auch dies wird gestrichen und schön eingedeckt. Eine kleine Terrasse davor, mit Blick auf den blühenden Quittenbaum, den ich dahin pflanzen werde, wo jetzt die Bruchbude steht…hach… Wer „Valanur“ ebenfalls schön findet, der klickt hier…Valanur

So, genug geschrieben für einen Tag. Ich wollte mit diesem Beitrag Gärtnern in spe oder solchen, die es werden wollen, keine Angst machen. Mein Garten ist für mich die lebendige, blühende, wachsende Alternative zum Fitness-Studio. Solange ich im Garten arbeiten kann, geht es mir gut. Ich habe seit dem letzten Jahr keine Erkältung mehr gehabt und habe seither einen Bizeps. Es gibt wohl kaum einen Ort mit so viel (Gestaltungs-)Freiraum.

Ich habe mich zu meiner Entscheidung bisher immer nur beglückwünscht. Und mein Garten wird die Quelle für viele Posts und Unmengen schöner Fotos sein. Meine Fensterbänke hier in der Wohnung stehen gerade voll mit kleinen Töpfen voller Keimlinge. Es bleibt spannend…

Herzlichst, Eure

Unterschrift mittel

C Frühblüher

2 Kommentare

  1. Nick F

    August 25, 2015

    Kommentar absenden

    Toller Beitrag! Schön geschrieben. Bin ich etwa der erste der hier kommentiert?
    Sind die Häuschen schon angekommen und die Regentonnen wieder voll?

    Beste Grüße 🙂

    • Petra

      August 27, 2015

      Kommentar absenden

      Hallo Nick und vielen Dank,
      bei diesem Beitrag bist Du in der Tat der Erste Kommentator ! Die neuen Häuschen stehen noch nicht. Durch meine Reha im Frühling hat sich meine Planung ein paar Wochen nach hinten verschoben. Aber die Genehmigung vom Vereinsvorstand für den Bau meiner Schmuckstücke liegt vor und ich werde im September das Fundament für das Gerätehäuschen legen – das wird schweißtreibende Arbeit – Sand karren und Waschbetonplatten verlegen! Aber die Muskeln wachsen an ihren Aufgaben ;). Viele Grüße Petra

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