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Osterdeko – schlicht und edel

Von am Mrz 23, 2016 in Deko, DIY | Keine Kommentare

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Ist Euch Osterdeko auch oft zu pastellig und zu überladen?

Osterdeko schlicht und elegant: Ostereier mit Blattsilber belegt, dazu Mühlenbeckia und Ballprimeln

Mir  geht es jedes Jahr aufs Neue so – und obwohl bei mir die Ideen sonst reichlich vorhanden sind, fällt es mir im Frühling immer wieder  schwer, mir eine Osterdeko zusammenzustellen, die mir richtig gut gefällt.

 

Das, was uns in den Kaufhäusern und Deko-Stores an Deko-Artikeln für Ostern angeboten wird, passt für mein Empfinden nicht in die Jahreszeit – bis zum letzten Wochenende war es in meinem Garten noch klirrekalt und ich hatte stark den Eindruck, dass die Krokusse erst jetzt so richtig durchstarten. Sogar die Schneeglöckchen haben sich in diesem Frühjahr bei mir sehr viel Zeit gelassen.

Die Natur ist momentan eben noch nicht lindgrün, hellgelb und zartrosa. Und bis es hier im Norden so weit ist, sind wir schon weit im April angelangt. Natürlich kann ich verstehen, dass sich die Menschen nach den langen, tristen Winterwochen nach frischen Farben sehnen und den Frühling und wärmere Temperaturen kaum abwarten können! Mir geht es ja genau so ! Doch wenn es um die Natur geht, sage ich mir: Alles zu seiner Zeit!

Osterdeko schlicht und edel, mit Ballprimeln in weiß

Dazu kommt, dass ich einfach keine Porzellan-Hasen und -küken mag – und schon gar keine bemalten …

Natürlich ist das Geschmacksache und es gibt eine Menge fabelhafter Deko-Experten, die einfach ALLES toll aussehen lassen können…

Dabei kann auch eine sehr naturnahe und „roh“ belassene Osterdeko mit Materialien aus der Natur wunderschön aussehen. Ich mag besonders die braun gefleckten Wachteleier, schöne Federn und grobe Kränze in natürlichen Farben.  Eine Kombination mit frischem Weiß bringt jede Osterdeko in natürlichen Braun- und Grüntönen leuchten. Und Eier sind bei mir kein Muss ! Im letzten Jahr habe ich  mein Astherz als Frühjahrsdeko  gepostet, und viel mehr Osterdeko hat es dann auch nicht gegeben.

Überhaupt mag ich Osterdeko lieber draußen. Dies liegt vor allem auch daran, dass ich Narzissen, Hyazinthen und Co. allein schon wegen ihres starken Dufts nicht gerne in die Wohnung hole. Drinnen wachsen sie auch viel zu schnell und verlieren schnell ihre Frische.

Meine Fotos in dem Galerie-Beitrag, den ich vor diesem Artikel veröffentlicht habe, vermittelten einen Eindruck davon, was ich mag, insbesondere dann, wenn es um die Natur geht – alles möglichst roh und unverarbeitet. So bleibt bei mir im Garten immer ein Teil vom Herbstlaub als Winterschutz erhalten. Ich liebe es einfach, wenn sich die Schneeglöckchen und Krokusse durch die schützende Mulchschicht gearbeitet haben und über dem graubraunen Allerlei strahlen. So ist die Natur um diese Jahreszeit: nicht laut und opulent, sondern noch sehr fragil, durchscheinend und schlicht. Ich lasse Totholz gerne liegen und es darf nie zu perfekt aussehen. Und wie auf den Bildern gut zu sehen ist, finde ich auch Kalkausblühungen und Moos an meinen Terracotta-Töpfen äußerst dekorativ !

Osterdeko schlicht und edel

Die Idee für meine Osterdeko in diesem Jahr kam mir – wie so oft – beim Einkaufen, und nicht etwa beim vor-österlichen Deko-Shopping, sondern beim ganz normalen Wochen-Einkauf im – oder vielmehr vor – dem Supermarkt: Denn dort habe ich diese wunderschönen weißen Kugelprimeln gefunden. Es gibt sie dort auch noch in einem Fliederton und einem satten Lila – weshalb ich in dieser Woche unbedingt noch einmal wieder dorthin muss…

Kugelprimeln – oder auch „Ballprimeln“ – sollen aus Westchina und auch aus Afghanistan kommen und sind der Literatur nach winterhart. Auf jeden Fall sind sie ausgesprochen dekorativ. Da braucht es nicht mehr viel drumherum, denn das würde ihnen nur die Show stehlen. Also habe ich sie mit einer einfachen Mühlenbeckie kombiniert, die auch als Nest für meine versilberten Ostereier dient.

Osterdeko schlicht und edel, mit Ballprimeln in weiß

Eier versilbern – so geht es:

Die Eier für meine Osterdeko habe ich vor dem Versilbern ausgeblasen – eine Arbeit, die ich nicht gerne mache. Denn Eier sind ja nun mal keine saubere Angelegenheit. Darum reinige ich sie vorher gründlich und putze sie dann mit einem Desinfektionsmittel ab, bei vor es an das Auspusten geht (hinterher würde ich dann am Liebsten mit Desinfektionsmittel gurgeln, aber sei es drum…).

Das Auspusten geht übrigens etwas einfacher, wenn man, nachdem man die Löcher unten und oben eingepiekst hat, den Inhalt – also Eiweiß  und Eigelb – einmal gründlich mit einer dünnen Stricknadel, einem Zahnstocher oder Schaschlik-Spieß, umrührt.  Eiweiß und Eigelb gibt es dann selbstverständlich hinterher in Form von Rührei auf Brötchen, mit frischen Kräutern, versteht sich !

Ich liebe Blattmetall ! Es ist eine einfache und schnelle Möglichkeit, etwas ohne viel Aufwand zu veredeln. Blattmetall wird auf eine Beschichtung aus sogenannter „Anlegemilch“ geklebt. Bei meinem „Blattsilber“ handelt es sich natürlich nicht um echtes Silber. Beides – also Blattmetall und Anlegemilch -gibt es im Bastelbedarf zu kaufen. Ich favorisiere dabei keine bestimmte Marke und bin bisher mit allen Fabrikaten gut zurecht gekommen.

Tipp:

Der Trick beim Arbeiten mit Anlegemilch ist, sie einfach lange genug trocknen zu lassen. Bei dem Glas, das ich momentan in Verwendung habe, beträgt die Trocknungszeit laut Hersteller 20 Minuten. Nach dieser Trocknungsphase haftet das Blattmetall nach meiner Erfahrung am Besten, wenn sich die Anlegemilch anfühlt wie eine Stelle, an der man einen Aufkleber abgezogen hat, also „restklebrig“.

Für meine versilberten Eier habe ich mit einem groben Borstenpinsel nur wenig Anlegemilch aufgenommen und sie mit schnellen Strichen auf ein weißes Hühnerei aufgetragen. Dabei soll der Auftrag auf keinen Fall flächendeckend sein ! Die weiße Eierschale soll später noch zwischen den silbernen Flächen durchscheinen. Es dürfen also auch größere Lücken unbehandelt bleiben.

Nach der Trocknungszeit beginne ich mit dem Auflegen des Blattmetalls, das es übrigens auch in Gold und Kupfer gibt. Dazu benutze ich einen weichen Haarpinsel, mit dem ich einen Fetzen der hauchdünnen Metallfolie auf den klebrigen Untergrund „streichle“.  Dabei muss man überhaupt keine Kraft anwenden, das Metall klebt von allein. Am Rand der klebrigen Bereiche lässt sich die dünne Folie leicht abreißen und an einer neuen Klebestelle wieder anlegen.

Auf diese Weise arbeitet man sich rund um das Ei. Für den scheckigen Look – und um den harten Glanz der versilberten Fläche etwas abzumildern – habe ich das Ei anschließend mit einer Nagelbürste noch einmal ordentlich abgeschrubbt. So wird das Metall noch einmal schön an die Eierschale angearbeitet und die Struktur der Schale wird unter der Folie sichtbar. Flöckchen der Folie lösen sich dort, wo der grobe Borstenpinsel Lücken in der Anlegemilch gelassen hat und die weiße Farbe der Schale wird wieder sichtbar. Durch das Abbürsten mit der Nagelbürste wird die silberne Schicht schön weich mattiert.

Osterdeko schlicht und edel, mit Ballprimeln in weiß

Ich verabschiede mich nun kurz in den Osterurlaub !

Lange habe ich für meine Osterdeko nicht gebraucht, mit dem Versilbern war ich – ohne Trocknungszeit – in etwa 25 Minuten fertig. Das Ergebnis ist schlicht, edel und stiehlt den Ballprimeln nicht die Show.

Mich verschlägt es nun für eine Woche nach Sankt-Peter-Ording. Meine Urlaubslektüre befasst sich natürlich auch mit einem Garten-Thema, und zwar mit einem Gebiet, von dem ich bisher absolut Null Ahnung habe : Gartenteiche und ihre Anlage und Bepflanzung. Denn in einem naturnahen Garten benötige ich natürlich noch etwas Wasser für alles, was da so kreucht und fleucht…

Doch dieses Projekt werde ich wohl erst im nächsten Jahr in Angriff nehmen. Nach der Reise wollen die Gemüsebeete ordentlich eingefasst werden und ich möchte das Fundament für meinen neuen Geräteschuppen bauen. Rütteln oder nicht rütteln ? Das ist momentan die Frage. Ob meine Kräfte für das Sand schaufeln und Waschbeton verlegen ausgereicht haben, erfahrt Ihr dann hier !

Bis dahin ! Herzlichst, Eure

Unterschrift mittel

 

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