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Schachbrettblume – Fritillaria Meleagris

Von am Mrz 8, 2015 in Deko, Garten & Natur | Keine Kommentare

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Fritillaria groß

Wer hat schon mal eine Schachbrettblume in Natura gesehen?

Wenn ich etwas Kreatives machen kann, dann bin ich dabei – wenn ich es dann auch noch mit etwas verbinden kann, was für mich neu und interessant ist, dann ist das doppelt gut.

In der letzten Woche bin ich auf einem Rundgang durch die Stadt in der Mittagspause vor einem Blumenladen – fast schon im wahrsten Sinne des Wortes – über diese ausgefallenen Pflanzen gestolpert.

Ich kannte die Schachbrettblume bisher nur von Fotos, hatte aber noch nie eine in Natura gesehen und wahr überrascht, wie groß sie in Wirklichkeit ist – ich dachte, es wäre nur ein kleines Glockenblümchen, diese sind jedoch an die 30 cm hoch.

Auch war sie mir bisher nur unter Schachbrettblume oder Kiebitzblume bekannt. Mir als altem Lateiner gefallen aber die lateinischen Namen so gut – er lautet  für die Schachbrettblume (etwas zungenbrecherisch) „fritillaria meleagris“.

Aus eigener Erfahrung kann ich über diese Pflanzen gar nichts schreiben – wie gesagt, ich hatte bisher nie eine fritillaria – mein Wissen ist angelesen, und das, was ich im Internet gefunden habe, ist widersprüchlich genug.

Es verdichten sich aber diese Fakten über die Schachbrettblume:

In der Natur ist sie auf Feucht- oder Magerwiesen zu finden, was dann auch Aufschluss gibt über ihren bevorzugten Standort: magerer Boden, der nicht austrocknen darf – auf gar keinen Fall in der Blütezeit und sogar ausgeblüht dürfen die kleinen Zwiebeln nie ganz austrocknen. Die Schachbrettblume steht gern an einem sonnigen bis halbschattigen Platz.

Die fritillaria meleagris kommt in der Natur nur noch selten vor und gehört zu den geschützten Pflanzen. Sie darf nicht abgepflückt oder ausgegraben werden. In einem Bericht, den ich bei meinen Recherchen gelesen habe, stand, dass die kleinen Zwiebeln der fritillaria durch Überschwemmungen von Auenlandschaften oder Flussufern verbreitet wurden. Durch Uferbegradigung und Eindeichung ist diese natürliche Form der Verbreitung kaum noch möglich, worin ein Grund für die Gefährdung der Schachbrettblume gesehen wird.

Fritillaria I

Verwandt ist die Fritillaria mit der Kaiserkrone (fritillaria imperialis) und mit der Tulpe. Sie ist in ganz Europa bis nach Sibirien verbreitet und erträgt unglaubliche 30 Grad C minus! Wie gesagt, Sibirien…

Es gibt sie auch mit weißen Blüten – ich werde im Herbst mal Ausschau nach den Zwiebeln halten!

Und – ganz wichtig: Die Schachbrettblume ist in allen Teilen giftig !

Fritillaria mittelSo eine wunderschöne Pflanze benötigt natürlich einen entsprechenden Rahmen. Ich habe meine beiden zusammen in einen Topf gepflanzt und mit einem Stück Jute umwickelt.

Den umwickelten Topf habe ich dann in diesen – etwas martialisch aussehenden – Eisenkorb gestellt. Der Korb war früher mal ein Maulkorb (zu groß für einen Hund, ich nehme an, für eine Kuh oder ein Pferd ?…) und ist ein Fundstück von einem meiner virtuellen Flohmarkt-Streifzüge durch ebay.

Ich liebe es, etwas unbestritten Schönes mit alten und verwitterten Sachen zu vereinen. So kommt ja auch der Rost zu den Rosen im Namen meines Blogs. Rosen sind für mich der Inbegriff der Vollkommenheit in der Natur. Rost ist willkürlich, er entsteht einfach und steht im allgemeinen Verständnis für Mangel und Verfall. Ich muss dem ganz klar widersprechen. Auch Rost ist natürlich – er entsteht ja durch einen Oxidationsvorgang.

Zwischen Topf und Korb habe ich Moos-Platten gesteckt. Davon habe ich in meinem Garten reichlich und einiges davon habe ich heute beim Harken aus dem Rasen gekratzt. Das Meiste liegt jetzt im Komposthaufen.

Da die Schachbrettblume – wie schon beschrieben – gerne feuchte Füsse hat, habe ich dann die Erde um die Pflanzen herum noch mit Moos abgedeckt und ein paar mit  Algen und Moos bewachsene Äste – auch die sind bei mir in rauen Mengen vorhanden – zur Dekoration darüber gelegt.

Wie bei all meinen natürlichen Dekorationen, die lebende Pflanzen beinhalten, die raus können, wandern auch diese zwei in meinen Garten, wenn sie verblüht sind – das soll etwa im Mai sein. Man soll welkes Laub und Verblühtes erst abschneiden, wenn es  vollständig ausgetrocknet ist. Die Zwiebeln können im September ausgepflanzt werden. Mein Boden ist dafür aber zu trocken. Mir schwebt da eine Zinkwanne vor…ich werde berichten, ob meine fritillariae im nächsten Frühling wieder blühen.

Das Schmuckstück ziert jetzt meinen Balkon – den Christrosen war es mittlerweile zu warm und trocken und sie wollten ins Beet, wohin ich sie heute bei erstaunlichen 16,5 Grad C gepflanzt habe.

 

Wer schon Erfahrungen mit dieser Pflanze hat, an den geht hier die Bitte, sein Wissen mit mir zu teilen. Jede Pflanze soll es bei mir gut haben – und wenn es sich um eine gefährdete Art handelt: um so besser!

Herzlichst, Eure

Unterschrift mittelC Fritillaria

 

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